Ein Jahr der Entscheidungen –
für einen handlungsfähigen Bezirk
Jahresbericht 2025
Hauptmann Matthias Renn stellte das Amtsjahr 2025/2026 unter das Leitmotiv «Veränderung». Sie ist allgegenwärtig, fordert heraus, verunsichert und eröffnet neue Chancen. Entscheidend ist nicht, ob sich etwas verändert, sondern wie wir mit der Veränderung umgehen.
Der Jahresbericht gibt Einblick in die wichtigsten Arbeiten, Entscheidungen und Tätigkeiten des Bezirksrates im vergangenen Jahr.
Finanzen und Volkswirtschaft
Verwaltungstätigkeit – reibungsloser personeller Wechsel
Die Bezirksverwaltung stellte im Berichtsjahr einen reibungslosen Vollzug der vielfältigen Aufgaben sicher. Neben dem ordentlichen Geschäftsgang nahm insbesondere die Koordination komplexer Planungs- und Bewilligungsverfahren sowie der Wechsel auf dem Bezirkssekretariat viel Zeit in Anspruch. Der Bezirk war intensiv in kantonale Vernehmlassungen eingebunden und vertrat dabei konsequent die Interessen der kommunalen Ebene.
Mit Ruth Gmünder hat uns Mitte November eine langjährige Mitarbeiterin und ein verlässlicher Wert verlassen. Während beinahe zehn Jahren hat sie im Büro in kleinem Pensum viel bewirkt. Sie hat ihre Stelle verlassen, wie sie gearbeitet hat: verantwortungsvoll, geordnet und leise. Der Bezirksrat dankt ihr im Namen der Bevölkerung für die geleistete Arbeit. Ihre Nachfolge hat Samuel Inauen bereits übernommen und den Jahresabschluss, die ersten Sitzungen und öffentlichen Auflagen erfolgreich gemeistert. Die personelle Veränderungen im Bezirkssekretariat wurden sorgfältig begleitet, um die Kontinuität der Dienstleistungen sicherzustellen und einen reibungslosen Übergang auf der Verwaltung zu garantieren.
Der Bezirksrat spricht der Verwaltung und all seinen Mitarbeitenden seinen Dank für die hohe Professionalität, Flexibilität und grosse Einsatzbereitschaft aus.
«Unsere Bezirksverwaltung: sorgfältig, freundlich und modern»
Neues Bezirksreglement in Kraft – zentrale Grundlagen erneuert
Mit dem Inkrafttreten des neuen Bezirksreglements verfügt der Bezirk Schlatt-Haslen über eine zeitgemässe und rechtssichere Grundlage für seine Arbeit. Zuständigkeiten und Abläufe wurden überprüft und präzisiert, die Mitwirkungsrechte der Stimmberechtigten gestärkt und die Handlungsfähigkeit des Bezirks nachhaltig verbessert. Das Reglement schafft Klarheit und Orientierung für Behörden, Verwaltung und Bevölkerung.
Die Inkraftsetzung des Reglements verzögerte sich aufgrund einer Stimmrechtsbeschwerde. Die Standeskommission genehmigte das neue Bezirksreglement am 16. Dezember 2025, womit es per 4. Mai 2025 rechtskräftig wurde.
Der Bezirksrat aktualisierte nach Beschluss der Bezirksgemeinde die Entschädigungsmodalitäten und finanziellen Kompetenzen seiner Mitglieder. Neu sind unter anderem die monatliche Auszahlung der Entschädigung, die Personalvorsorge bei der Kantonalen Versicherungskasse oder die Höhe von Geschenken klar geregelt. Auch die geplante Anpassung der Entschädigung wurde formell beschlossen. Nach der Genehmigung des Bezirksreglements konnte der Beschluss dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Dieses wurde nicht ergriffen, sodass der aufgeschobene Beschluss per 5. Mai 2025 rechtskräftig wurde.
Öffentlicher Verkehr – dringender Ausbaubedarf
Im Juni wurde der Fahrplanentwurf veröffentlicht. Behörden und Private hatten bis Ende Juni die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Aus dem Bezirk Schlatt-Haslen gingen im Rahmen der offiziellen Vernehmlassung keine Rückmeldungen ein. Hinweise und Anliegen zum öffentlichen Verkehr können dem Bezirksrat jederzeit per E-Mail gemeldet werden.
Im Berichtsjahr setzte sich der Bezirksrat aktiv für Verbesserungen im öffentlichen Verkehrsangebot ein. In mehreren Gesprächen mit dem regierenden Landammann sowie dem Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, brachte er die Bedürfnisse des Bezirks ein. Dabei wurden unter anderem die Abschaffung des Zuschlags beim PubliCar, ein Ausbau des Linienbusangebots unter der Woche sowie ein Angebot am Wochenende, eine bessere Anbindung der Dörfer Haslen, Schlatt und Enggenhütten sowie weitere Optimierungen des Fahrplans thematisiert. Konkrete Ergebnisse dieser Gespräche werden im Jahr 2026 erwartet, damit diese für das Fahrplanjahr 2028 umgesetzt werden können. Der Bezirksrat hofft, dass der Grosse Rat einem möglichen Ausbau des Angebot ebenfalls zustimmen wird.
Der Bezirksrat weist die Bevölkerung auf das flexible Tür-zu-Tür-Angebot von PubliCar Appenzell hin, das bequem per App gebucht werden kann (Google-Play | App-Store).
Sportanlage Schaies
Die Sportanlage Schaies wird durch die beteiligten Vereine rege genutzt. Diese multifunktionale Anlage für verschiedene Sportarten bietet den Vereinen hervorragende Bedingungen für die Ausübung ihrer Aktivitäten. Das Buchungssystem ermöglicht es auch Privatpersonen, einen Teil der Sportanlage zu nutzen, dies z.B. für Squash und Tennis. Im Berichtsjahr wurde die Beleuchtung erneuert (LED) und eine Videoüberwachung (Vandalismusprävention) installiert. Die Betriebskommission dankt dem Bezirk Appenzell für die umsichtige Betriebsführung und den Vereinen für die konstruktive Zusammenarbeit.
Freibad Appenzell
Das Freibad Appenzell ist über 20 Jahre alt und muss im Hinblick auf Wasserqualität, Sicherheit und Technik umfassend saniert werden. Vor der Saison 2026 sind verschiedene Erneuerungen vorgesehen, unter anderem am Ausgleichsbecken, an der Desinfektionsanlage, am Sprungturm sowie an der Steuerungstechnik. Auch die bestehenden Attraktionen (Spielbach und Piratenschiff) entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen; deren Ersatz oder Neugestaltung wird derzeit geprüft.
Die Badi Appenzell erfüllt eine wichtige Zentrumsfunktion für den inneren Landesteil. Die vier Bezirke haben deshalb ihre Vereinbarung über Betrieb, Unterhalt und Sanierung erneuert und tragen die Finanzierung weiterhin gemeinsam. Die Betriebskommission (Beko) ist für den ordnungsgemässen Betrieb zuständig. Der Bezirksrat wird darin durch Hauptmann Matthias Renn vertreten; er vertritt den Bezirk bereits in der Beko Schaies.
Soziales und Sicherheit
Jungbürgerfeier Jahrgang 2007
Ein besonderer Meilenstein wurde am Freitag, 12. September 2025, gefeiert: 102 Jungbürgerinnen und Jungbürger des Jahrgangs 2007 traten offiziell ins Erwachsenenleben ein. 13 junge Erwachsene aus dem Bezirk nahmen an der Feier im Vereinssaal Oberegg teil und erlebten einen Tag, der Information, Begegnung und Erlebnis auf gelungene Weise verband.
Nach der Begrüssung standen die Rechte, Pflichten und Möglichkeiten des Erwachsenseins im Mittelpunkt – Themen, die den Start in einen neuen Lebensabschnitt begleiten. Anschliessend sorgte ein abwechslungsreiches Programm für gemeinsame Erlebnisse, Austausch und gute Stimmung. Den stimmungsvollen Abschluss fand die Feier in St.Anton, wo der Tag in entspannter Atmosphäre ausklang.
Als bleibende Erinnerung an diesen besonderen Anlass erhielten alle Teilnehmenden einen selbst gestalteten Kapuzenpulli, der diesen Übergang ins Erwachsenenleben symbolisch festhält.
«Ringsom» – erste Gewerbeschau Schlatt-Haslen
Mit der ersten bezirksweiten Gewerbeschau «Ringsom» feierte Schlatt-Haslen am Samstag, 6. September 2025, eine gelungene Premiere. Über 30 Betriebe öffneten an 13 Standorten ihre Türen und boten 800 bis 900 Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke hinter die Kulissen. Das neue, dezentrale Konzept überzeugte durch Nähe, Vielfalt und Authentizität. Die positive Resonanz macht «Ringsom» zu einem zukunftsfähigen Anlass mit Potenzial für eine Wiederholung.
«Wir fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt, stärken das Engagement der Bevölkerung und schaffen Perspektiven für die Jugend»
5000. Gast im Kommandobunker Haslen
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2019 begeistert der Kommandobunker Haslen Geschichtsinteressierte aus nah und fern. Bis zum Sommer 2025 durften bereits mehr als 5000 Gäste begrüsst werden. Der Meilenstein unterstreicht das grosse Interesse an der regionalen Militärgeschichte und dem Kalten Krieg. Nebst den öffentlichen Führungen vom Frühjahr bis zum Herbst, werden im Kommandobunker regelmässig spezielle Anlässe angeboten.
Lebendiger Bezirk Schlatt-Haslen
Im Bezirk Schlatt-Haslen zeigt sich eindrücklich, wie aktiv und lebendig das gesellschaftliche Leben ist. Insgesamt sind 12 Gesuche für eine Festwirtschaftsbewilligung eingegangen – alle wurden bewilligt. Die Anlässe decken ein breites Spektrum ab und reichen von sozialen und gesellschaftlichen Treffen über Musik- und Sportveranstaltungen bis hin zu Events, die das Miteinander im Dorf ins Zentrum stellen.
Diese Vielfalt zeigt: Das gemeinschaftliche Zusammenleben wird nicht nur geplant, sondern gelebt und gepflegt. Ob bei Musik, Sport oder gemütlichem Beisammensein – die Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus und stärken den Zusammenhalt im Bezirk. Die bewilligten Feste stehen sinnbildlich für ein aktives Vereinsleben, grosses freiwilliges Engagement und eine Gemeinschaft, die offen, lebendig und zukunftsorientiert ist.
«Gemeinschaft leben – Jugend stärken – Anlässe geniessen»
Willkommensanlass Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger
Der Bezirksrat lädt jährlich an der Chilbi zu einer offiziellen Begrüssung ein. Im Rahmen des Anlasses wird über politische und gesellschaftliche Themen, sowie über Vereins- und Freizeitangebote informiert. Beim anschliessenden gemeinsamen Apéro und Nachtessen bietet sich eine gute Gelegenheit um sich auszutauschen. Mit 19 Personen war die Teilnehmerzahl so hoch wie seit Jahren nicht mehr.
Aktuelles – informiert, nah dran, vielseitig
Das «aktuelles» erscheint monatlich und bot im Jahr 2025 ganze 172 Seiten abwechslungsreichen Lesestoff. Mit Berichten, Texten, Bildern und Inseraten spiegelt das Heft das Leben im Bezirk und in den Dörfern wider. Ob Dorfinformationen, Mitteilungen, Vereinsleben oder gesellschaftliche Themen – das «aktuelles» hält die Bevölkerung auf dem Laufenden und bietet für jede Leserin und jeden Leser etwas Passendes. Damit ist es eine zeitgemässe und wichtige Informationsplattform für das lokale Miteinander.
Schiesswesen – erfolgreiche Wettschüssi
Die Zusammenarbeit mit den Bezirksschützen Schlatt-Haslen verlief im Berichtsjahr ruhig und partnerschaftlich. Die sanierungsbedürftige Zufahrtstrasse zum Scheibenstand muss teilweise erneuert werden, gemäss vertraglicher Regelung ist der Bezirk dafür zuständig. Danebst waren seitens des Bezirks keine Aufwendungen für Reparaturen oder Investitionen zu verzeichnen. Der Bezirksrat freut sich zudem über die erfolgreiche Durchführung der «Wettschüssi» durch die Bezirksschützen.
Feuerwehr
Mit der Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF) am 20. Juni 2025 durfte ein bedeutender Meilenstein gefeiert werden. Das moderne Fahrzeug ersetzt ein rund 20-jähriges Einsatzmittel und stärkt die Schlagkraft der Feuerwehr nachhaltig. Die feierliche Übergabe im Beisein der Bevölkerung und der Behörden war ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für den Einsatz und das Engagement der Feuerwehrangehörigen.
Im Verlauf des Jahres wurde die Feuerwehr zu sechs Einsätzen gerufen. Neben Verkehrsunfällen und Brandmeldeanlagen gehörte insbesondere ein Dachstockbrand in Vorderhaslen zu den fordernden Momenten des Jahres. Dank schnellem, besonnenem und professionellem Handeln konnte Schlimmeres verhindert werden. Jeder Einsatz zeigte eindrücklich, wie wichtig Ausbildung, Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen sind.
Ein besonderer Moment des Jahres war der Abschied von Sepp Brülisauer, der nach 20 Jahren engagierten Wirkens die Dienstpflicht erfüllt hat und die Feuerwehr verlässt. Als Vize-Kommandant prägte er die Feuerwehr Schlatt-Haslen mit Pflichtbewusstsein, Erfahrung und grosser Kameradschaft. Sein Einsatz verdient höchste Anerkennung und grossen Dank. Gleichzeitig bedeutet Veränderung auch Aufbruch: Mit Stefan Dörig übernimmt ein erfahrener Kamerad das Amt des Vize-Kommandanten. Mit ihm ist die Kontinuität in der Führung gesichert, und die Feuerwehr blickt mit Zuversicht in die Zukunft.
«Gemeinsam im Einsatz. Gemeinsam stark»
Autarke Alarmierung
Um auch bei ausserordentlichen Ereignissen wie einem grossflächigen Strom- oder Kommunikationsausfall handlungsfähig zu bleiben, wurde per Ende 2025 beim Feuerwehrdepot Haslen ein autark betriebener Notfallknopf in Betrieb genommen. Diese Einrichtung ermöglicht es der Bevölkerung, in einer Notsituation Hilfe zu alarmieren, selbst wenn Strom, Internet und Mobilfunk nicht mehr verfügbar sind.
Der Notfallknopf funktioniert vollständig unabhängig von der üblichen Infrastruktur. Beim Auslösen werden die zuständigen Einsatzkräfte der Feuerwehr direkt per Pager informiert und können unverzüglich reagieren. Zusätzlich wird eine Kamera aktiviert, die es erlaubt, die Situation vor Ort besser einzuschätzen und gleichzeitig Missbrauch zu verhindern.
Mit der Einführung dieser sogenannten autarken Alarmierung wurde ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes gemacht. Die Massnahme trägt dazu bei, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr auch bei einem Totalausfall der Kommunikationsmittel sicherzustellen und der Bevölkerung eine klar definierte Möglichkeit zu bieten, in einer Ausnahmelage Hilfe anzufordern.
Wasserversorgung Haslen-Enggenhütten
Die Wasserversorgung Haslen-Enggenhütten stellte im Berichtsjahr 2025 eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung sicher. Der Betrieb verlief geordnet und störungsarm. Durch regelmässige Kontrollen, konsequenten Unterhalt sowie gezielte Erneuerungen konnte der gute Zustand der Infrastruktur erhalten und weiter verbessert werden.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Modernisierung und der langfristigen Sicherung des Betriebs. Die fortschreitende Digitalisierung der Anlagen sowie die Überprüfung planerischer und rechtlicher Grundlagen tragen zu einer nachhaltigen und effizienten Betriebsführung bei. Die durchgeführten Qualitätskontrollen bestätigten durchgehend die einwandfreie Beschaffenheit des Trinkwassers.
Insgesamt präsentiert sich die Wasserversorgung Haslen-Enggenhütten als stabil, vorausschauend geführt und gut auf zukünftige Anforderungen vorbereitet
Alle relevanten Kennzahlen, wesentlichen Projekte sowie weiterführenden Informationen zum Betrieb der Wasserversorgung Haslen-Enggenhütten sind im detaillierten Jahresbericht 2025 umfassend dargestellt.
Planung
Raum- und Zonenplanung
Die Revision der Zonenplanung mit der Einführung von Schutzinventaren sowie die Quartierplanung Egg sind zwei langfristige Schlüsselprojekte des Bezirks. Nach der Bearbeitung der Auflagen der kantonalen Vorprüfungen konnten beide Dossiers im Berichtsjahr fachlich abgeschlossen und in die Bewilligungsverfahren überführt werden. Aufgrund der inhaltlichen Überschneidungen beschloss der Bezirksrat die Quartierplanung Egg und die Revision der Nutzungsplanung gemeinsam öffentlich aufzulegen.
Revision der Zonenplanung auf der Zielgerade
Die Zonenplanrevision umfasst die Aktualisierung der Nutzungsplanung, die Einführung eines Baureglements auf Bezirksebene sowie die erstmalige Erstellung eines Schutzplans für Kulturgüter und Naturobjekte. Nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Vorprüfung durch die Standeskommission wurden die Zonenplanung entsprechend angepasst und für die öffentliche Auflage vorbereitet. Vorgängig zur öffentlichen Auflage wurden alle von einer Planungsmassnahme betroffenen Grundeigentümer schriftlich über die Auflage informiert.
Während der öffentlichen Auflage vom 2. Juni 2025 bis zum 1. Juli 2025 gingen 20 Einsprachen ein, teils mit mehreren Anträgen. Deren Behandlung war komplex und arbeitsintensiv, da knapp die Hälfte der Einsprachen anwaltlich vertreten war. Gegen die Einspracheentscheide des Bezirksrates wurden zwei Rekurse bei der Standeskommission eingereicht, wovon einer zurückgezogen wurde.
Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der Einsprache einer zur Verbandsbeschwerde berechtigten Umweltorganisation. Sie rügte insbesondere das Inventar der Hecken und Ufergehölze, die Dimensionen der Pufferzonen, das Fehlen der Wildtierkorridoren in der Zonenplanung sowie eine vorgesehenen Umzonung im Strahlholz. Dabei wurde vornehmlich auf übergeordnetes Recht verwiesen. In enger Zusammenarbeit mit dem Land- und Forstwirtschaftsdepartement und der Einsprecherin wurde die Schutzplanung für Naturobjekte überarbeitet resp. ergänzt.
Weitere Einsprachen rügten die Ausscheidung der Ortsbildschutzzonen in Schlatt und Haslen, die Einführung der Wohnzone WE sowie die Einstufung einzelner Kulturobjekte. Aufgrund von persönlichen Gesprächen mit den Einsprechern (oder deren Rechtsvertreter), von Innenbegehungen sowie internen Abwägungen im Bezirksrat wurden punktuell Anpassungen beschlossen. Die Ortsbildschutzzone I in Schlatt wurde auf den ISOS-Bereich begrenzt, die restlichen Häuser in Schlatt wurden der Ortsbildschutzzone II zugeordnet. Drei Kulturobjekte auf dem Bezirksgebiet wurden aus dem Inventar entlassen, eines wurde aufgrund von vorgefundener schützenswerter Substanz im Inneren neu hinzugefügt.
An der Einführung der Wohnzone WE hält der Bezirksrat fest, um den Charakter einzelner Quartiere zu erhalten. Die Ausnützungsziffer von 0.5 gegenüber bestehendem Recht wird nicht verändert, sodass eine Innenverdichtung wie bisher möglich bleibt.
Die vom Bezirksrat bewilligten Anpassungen machten eine zweite öffentliche Auflage erforderlich, die vom 12. Februar 2026 bis zum 13. März 2026 durchgeführt wurde. Der Bezirksrat ist bestrebt, die Zonenplanrevision der Bezirksgemeinde 2026 zur Bewilligung vorzulegen.
Sollten während der zweiten Auflage Einsprachen eingereicht werden, können diese noch vor der Bezirksgemeinde bearbeitet und entschieden werden. Die Rekurse gegen die Einspracheentscheide des Bezirksrates werden von der Standeskommission erst nach der Annahme der Zonenplanrevision durch die Bezirksgemeinde zusammen mit der Genehmigung der Zonenplanrevision entschieden.
«Zonenplanrevision steht vor dem Abschluss»
Quartierplanung Egg ist rechtskräftig
Die Quartierplanung Egg wurde gleichzeitig mit der öffentlichen Auflage vom 2. Juni 2025 und dem 1. Juli 2025 dem fakultativen Referendum unterstellt. Es gingen keine Einsprachen gegen den Quartierplan Egg ein und das fakultative Referendum wurde nicht ergriffen. Damit gilt der Quartierplan Egg auf Bezirksebene als angenommen. Im Oktober 2025 wurde er zur Genehmigung bei der Standeskommission eingereicht. Die Standeskommission hat den Quartierplan Egg an seiner Sitzung vom 17. Februar 2026 gutgeheissen und in Kraft gesetzt. Für den Bezirk ist dies ein äusserst wichtiger Meilenstein, es erlaubt ihm in Zukunft weiter zu wachsen. Der Bezirksrat ist zuversichtlich, dass die nächsten Schritte zur Bebauung des neuen Quartiers zügig erfolgen werden.
Die Bezirksgemeinde 2025 hat der Übernahme eines Teils der Flurstrasse sowie der Querung des Dorfplatzes in das Bezirksstrassennetz einstimmig zugestimmt. Die Bereinigung der Grundbucheinträge sowie die Detailplanung der neuen Erschliessung sind im Gang. Eng mit der Quartierplanung verbunden ist die Erschliessung des Baugebiets mit Strasse, Strom, Wasser, Abwasser usw. Aufgrund der Abhängigkeit von Quartier- und Kantonsstrassenplanung ist eine etappierte Umsetzung vorgesehen. Die Planung der Erschliessung wird im Laufe des Jahres 2026 eingeleitet.
Mit der Zonenplanrevision und der Quartierplanung Egg schafft der Bezirk die planerischen Grundlagen für eine geordnete Entwicklung, den Schutz wertvoller Orts- und Naturräume sowie für Rechtssicherheit bei zukünftigen Bauvorhaben.
«Der Quartierplan Egg ist rechtskräftig»
Strassen und Wanderwege
Wanderwege gepflegt und erneuert
Im Berichtsjahr wurden verschiedene Unterhalts- und Verbesserungsarbeiten am Wanderwegnetz ausgeführt. In der Woche nach Ostern unterstützte der Zivilschutz AI den Bezirk bei Arbeiten an den Wanderwegen bei Stockerers in Schlatt und beim Sefi in Haslen. Bei idealen Bedingungen leisteten die Angehörigen des Zivilschutzes rund 370 Arbeitsstunden.
Bei der Brücke über den Rotbach zwischen Heimat und dem Kloster Wonnenstein, dem sogenannten Klösterlisteg, wurde die hölzerne Lauffläche durch Metallroste ersetzt. Diese anspruchsvolle Arbeit, bei der das Material per Helikopter transportiert werden musste, wurde grösstenteils durch den Wegmacher (Patric Hautle) des Vereins Appenzellerland Tourismus (VAT AI) geplant und ausgeführt. Mitarbeitende der Gemeinde Teufen sowie des Bezirks Schlatt-Haslen unterstützten ihn bei diesem gemeindeübergreifenden Projekt.
Beim Wasserspiel des «Pfeff ond Lischt» Wegs im Gehrenberg konnte die Zuleitung optimiert und in den Boden verlegt werden. Dabei wurden Synergien mit der Leitungserneuerung der Wasserkorporation Rüte (WKR) genutzt.
Die Wegmacher sorgten zudem laufend für Pflege, Unterhalt und die Behebung kleinerer Schäden im Wanderwegnetz. Der Bezirksrat dankt den Wegmachern für ihren engagierten Einsatz zugunsten eines attraktiven und sicheren Wanderwegangebots.
«Gepflegte Wege sind gelebte Lebensqualität»
Zivilschutzeinsatz 2025
Sanierung Klösterlisteg
Strassen und Infrastruktur unterhalten
Das Jahr 2025 war geprägt von kontinuierlichen Unterhaltsarbeiten und punktuellen Sanierungen an den Bezirksstrassen. An verschiedenen Abschnitten wurden Strassenränder und Ausweichstellen instand gestellt sowie die Strassenentwässerung überprüft und erneuert. Zahlreiche schadhafte Schächte konnten durch die Mitarbeitenden des Bezirks fachkundig saniert werden.
An mehreren Orten waren zusätzliche Massnahmen erforderlich. An der Göbsistrasse im Bereich Föschem konnte eine defekte Sickerleitung nach einer Meldung rasch ersetzt werden. Bei der Trafostation Homes, alte Schlatterstrasse, wurde im Zusammenhang mit der neuen Trafostation die Entwässerungsleitung neu geführt. An der Leimensteigstrasse im Bereich Oberhölzli wurden nach leichten Setzungen geologische Abklärungen vorgenommen und eine hangseitige Sickerleitung auf rund 120 Metern erneuert. Die Situation wird weiterhin beobachtet; eine Belagserneuerung könnte in einer späteren Phase notwendig werden.
Per 1. Mai 2025 trat die neue Vereinbarung zur Waldbewirtschaftung entlang von Kantons- und Bezirksstrassen in Kraft. Die Art der Bewirtschaftung entlang der Kantons- und Bezirksstrassen, die Federführung bei der Planung sowie die Finanzierung der Massnahmen waren bislang nicht einheitlich geregelt. Die Vereinbarung regelt Zuständigkeiten, Planung und Finanzierung von Unterhaltsmassnahmen, sorgt für einheitliche Grundlagen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und regelt die Bewirtschaftung des Waldes gemäss Strassengesetz. Erste Optimierungen wie Erstellung von Lichtraumprofilen oder die Entfernung von sturzgefährderter Bäume entlang verschiedener Strassenabschnitte konnten bereits umgesetzt werden.
Der Bezirk unterstützte zudem 22 Flurstrassen und sechs Weggemeinschaften mit Unterhaltsbeiträgen von insgesamt CHF 41’667.75. Damit werden 27’985 Meter Strassen im ländlichen Raum mitunterhalten.
Der Bezirksrat dankt allen Mitarbeitenden, Grundeigentümern und Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und das Verständnis bei Unterhalts- und Sanierungsarbeiten.
«Unterhalt heute verhindert Schäden morgen»
Landwirtschaft und Landschaftspflege kontrolliert
Die Kontrolle der Naturschutzflächen gehört zu den Aufgaben des Bezirks. Von den 30 angemeldeten Flächen im Bezirk Schlatt-Haslen wurden im Jahr 2025 elf überprüft. Die Kontrollen verliefen ohne Beanstandungen.
Vertreter der Bezirke nahmen an einem Informationsanlass des Amts für Natur und Landschaft teil und wurden über aktuelle Themen und Entwicklungen orientiert. Für die Mitarbeitenden der Bauämter fand zudem eine Weiterbildung zum Umgang mit invasiven Neophyten statt, wodurch das Fachwissen im Bereich Unterhalt und Naturschutz weiter gestärkt werden konnte.
Im Jahr 2025 leistete der Bezirk Beiträge von insgesamt CHF 86’627 an Meliorationsprojekte und unterstützte damit die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege der Kulturlandschaft.
«Eine gepflegte Landschaft ist gemeinsame Verantwortung»
Bau und Umwelt
Baukommission Inneres Land AI
Im Berichtsjahr 2025 bearbeitete die Baukommission/Bauverwaltung Inneres Land AI insgesamt 546 Baugesuche, davon 43 im Bezirk Schlatt-Haslen. 24 Gesuche betrafen Um-, An- oder Neubauten, weitere entfielen auf Solaranlagen und Heizungsanlagen. Die rege Bautätigkeit führte zu einem arbeitsintensiven Jahr mit 25 Kommissionssitzungen.
Zunehmend mussten Abweichungen von rechtskräftigen Baubewilligungen festgestellt werden, insbesondere ausserhalb der Bauzonen. Die dadurch notwendigen nachträglichen Verfahren verursachen erheblichen Mehraufwand. Ebenfalls nimmt die Zahl der Anzeigen wegen vermuteter Baurechtsverletzungen zu. Diese erfordern zeitintensive Abklärungen durch die Bauverwaltung. Auch die Zahl der Einsprachen ist erneut gestiegen. Teilweise werden rechtliche Möglichkeiten umfassend ausgeschöpft, was zu längeren Verfahren und zusätzlichem Prüfungsaufwand führt. Sammeleinsprachen verursachen zusätzlichen administrativen Aufwand, wobei die Anzahl der Unterschriften rechtlich ohne Bedeutung ist.
All diese Entwicklungen führen bei der Baukommission zu einem unverhältnismässig hohen Prüfungsaufwand, dessen Kosten letztlich von der Allgemeinheit zu tragen sind.
«Bauen braucht Regeln und Respekt»
Analoge Halbunterflurcontainer wie jener bei der alten Linde sind vorgesehen.
Abfallentsorgung – Projekte Halbunterflurcontainer nimmt Form an
Umwelt und Sicherheit
Der Delegierte im Bereich Umwelt und Sicherheit im Bezirksrat nahm an der Jahrestagung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) teil. Die Erkenntnisse aus der Präventionsarbeit fliessen in die Sensibilisierung und Sicherheitsarbeit im Bezirk ein. Zudem wurden die Anliegen des Bezirks über die entsprechenden Delegationen in kantonalen und regionalen Gremien eingebracht.
Ausblick 2026
Im kommenden Jahr gilt es die laufenden Projekte wie z.B. den Abschluss der Zonenplanrevision, die Erstellung der Halbunterflurcontainer oder die Erschliessung Egg weiter zu bearbeiten oder gar abzuschliessen. Zudem gilt es die anstehenden Herausforderungen wie die Erstellung eines Velowegnetzes (sofern die Landsgemeinde das neue Veloweggesetz annimmt), die Überarbeitung der Quartierpläne oder die Dorfplatzgestaltung anzugehen.
Ebenfalls gilt es die nötigen Sanierungen und Unterhaltsarbeiten wiederum in sehr guter Qualität zu erledigen, nötige Investitionen und Neuanschaffungen im Bezirk und der Feuerwehr zu tätigen und dabei die finanziellen Rahmenbedingungen einzuhalten. Der Fokus bei der Feuerwehr liegt auf Stabilität, Qualität und einem verlässlichen Dienst für die Bevölkerung sowie der Rekrutierung neuer Feuerwehrmänner und -frauen.
Der Bezirk Schlatt-Haslen setzt sich auch künftig für ein lebendiges und generationenübergreifendes Miteinander ein. Mit einer bürgernahen Politik und im Dialog mit der Bevölkerung wird das Zusammenleben aktiv gestaltet und weiterentwickelt.
Bezirksrat Schlatt-Haslen im März 2026
«Wir bedanken uns fürs Vertrauen im 2025.»